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Spielerische Sprachförderung durch Vorlesen und Lesen

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Beim Vorlesen gemeinsam Abenteuer erleben

Wie beim miteinander Spielen, so gibt es auch beim Vorlesen wertvolle gemeinsame Momente: Die Großen nehmen sich Zeit für die Kleinen, beim Ankuscheln wird es gemütlich. Wenn bei einer guten Geschichte gemeinsam gelacht wird, ist das nicht nur zu hören, sondern auch für alle Beteiligten körperlich zu spüren. Und ist es einmal sehr spannend, so kann ein kleiner Mensch das besser aushalten, wenn ein großer Mensch Schutz, Wärme und Zuversicht ausstrahlt: Am Ende wird sicher alles wieder gut!
 
Nutzen Sie die Geschichten und Bilder, um ins Gespräch zu kommen: Fragen Sie nach Einzelheiten, stellen Sie kleine Rätsel, lassen Sie dabei Raum für verschiedene Ideen. Je nach Alter des Kindes können Sie auch offene Fragen stellen, bevor Sie eine Seite umblättern z. B.: „Was meinst du, was passiert nun?“ Kennt Ihr Kind die Geschichte schon, wird es sie mit seinen eigenen Wörtern weitererzählen können. Kennt es sie nicht, kann es Vermutungen äußern, auf die Sie wiederum eingehen können.

Kinder kennen Geschichten, die sie mögen, oft Wort für Wort auswendig: Das ist ein Zeichen für Interesse, ein gutes Gedächtnis und die hohe Konzentration, mit der ein Kind bei der Sache ist. Nutzen Sie das, indem Sie – nur ab und zu – unauffällig falsche Wörter einbauen. Ihr Kind wird Sie mit Sicherheit verbessern!
Durch das gemeinsame Erlebnis stärken Sie Ihre positive Beziehung zueinander. Ihr Kind bekommt mehr Selbstbewusstsein, weil Sie es durch Fragen ins Gespräch miteinbeziehen. Wichtig in diese Zusammenhang auch: Kinder lernen vor allem in Situationen, in denen sie selbst aktiv sind.

Suchen Sie Bücher aus, die an die Interessen und das Wissen Ihres Kindes anknüpfen. Entscheiden Sie gemeinsam, welches Buch an die Reihe kommen soll.

Das Vorlesen ist übrigens gleichzeitig eine gute Vorbereitung auf das Schreiben- und Lesen lernen.

TIPP

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All das gilt nicht nur für das Lernen der Muttersprache – auch beim Lernen einer Fremdsprache ist das Vorlesen in Kombination mit Gesprächen, Fragen und Rätseln, eine Möglichkeit, um die sprachliche Entwicklung zu unterstützen.

Lesen lernen heißt, sich die Welt der Buchstaben zu erobern

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Mit dem Lesen lernen ist es wie mit dem Sprechen lernen: Wer es kann, dem erscheint es selbstverständlich. Kaum jemand erinnert sich daran, wie es war, die Namen der einzelnen Buchstaben zu lernen, sie zu Lauten, Silben und Wörtern zusammenzufügen, zu erkennen, richtig auszusprechen und den Sinn zu verstehen! Und damit ist ja erst ein Teil geschafft: Ein Wort steht in einem Satz, ein Satz in einer Zeile, viele Sätze bilden zusammen eine Geschichte oder einen Text...

TIPP

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Das Wort „Text“ selbst kommt übrigens aus der lateinischen Sprache. Es stammt vom Wort „Textum“ ab. „Textum“ wiederum bedeutet „Gewebtes“. Eine spannende Geschichte können wir uns von der Wortbedeutung her also als einen schönen, bunten Teppich vorstellen, der aus vielen, nach bestimmten Regeln (= der Grammatik) zusammengefügten Einzelteilen (= den Sätzen und Wörtern) besteht.

Wer sich das vor Augen führt, versteht, dass das Lesen vor allem am Anfang sehr, sehr anstrengend ist und höchste Konzentration erfordert. Umso größer ist die Freude, wenn ein Kind erste Wörter, dann ganze Sätze und schließlich eine ganze Geschichte alleine lesen und vorlesen kann.

Ja, Lesen ist eine richtige Meisterleistung!

Sie fällt leichter, wenn Kinder dabei viel Unterstützung erfahren und mit viel Spaß bei der Sache sein können. Wie schön, wenn Sie es gemeinsam schaffen, am Ball zu bleiben. Denn: Wer gut Lesen kann, hat es nicht nur in der Schule, sondern in vielen Bereichen des Lebens leichter.

TIPP

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Auch für das Lesen- und Schreiben lernen ist Bewegung wichtig. Denn Wörter stehen an bestimmten Stellen auf einer Seite. Wir lesen von links nach rechts. Das kleine „b“ z. B. hat den Bauch nach rechts, das kleine „d“ nach links. Wer liest, orientiert sich also auf dem Blatt. Er unterscheidet oben und unten, links und rechts. Die Unterscheidung dieser Begriffe lernen Kinder am Besten in Bewegung, indem sie also im Alltag oder in gezielten Bewegungsspielen den Richtungen mit dem ganzen Körper folgen. Denn nur wer diese Unterscheidungen sicher und schnell nachvollziehen kann, findet sich auch beim Lesen und Schreiben zurecht.

Wer das Schreiben gelernt hat, kann eigene Geschichten festhalten

Welche Buchstaben lernen Kinder zuerst schreiben? Meistens die, aus denen der eigene Vorname besteht. Diese Zeichen können Kinder schon, bevor sie im Anfangsunterricht nach und nach alle Buchstaben kennenlernen und aufschreiben.
 
Neben all den Fähigkeiten, die Kinder beim Lesen anwenden, kommt nun beim Schreiben noch eine hinzu: Der Umgang mit einem Stift. Die Experten nennen es Feinmotorik: Im Vergleich zur Bewegung des ganzen Körpers erfordert das Schreiben nur eine kleine Bewegung der Hand. Die Finger müssen den Stift gut, aber nicht zu fest halten und bewegen können. Genau wie beim ersten Lesen, wenn das Auge den Buchstaben folgt, so spielt ein konzentrierter Blick auch beim Schreiben eine große Rolle. Denn das Auge kontrolliert die Entfernungen, die der Stift zurücklegen muss, um einen Buchstaben, ein Wort oder einen Satz zu Papier zu bringen.

TIPP

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Beim Malen, Basteln und beim Umgang mit der Schere üben Kinder genau die Dinge, die für das Schreiben lernen wichtig sind. Sie trainieren Arme, Finger und Hände. Und dadurch bereiten sie sich darauf vor, den Stift beim Schreiben sicher zu führen. Auch die Zusammenarbeit von Augen und Händen üben die Kinder, wenn Sie ein Haus malen oder einen Baum ausschneiden.

Fällt Ihnen noch etwas ein, das, so betrachtet, eine gute Vorbereitung für das Lesen und Schreiben ist? Richtig: Das Spielen.

Unser Veranstaltungstipp zum Thema

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In der Region Coburg findet vom 15. - 20. Mai 2017 die Kampagne Los!Lesen statt. Die ganz unterschiedlichen Veranstaltungen sind für alle kleinen und großen Leute, die gerne wissen möchten, wie Bücher, Geschichten und Bilder entstehen.

Mehr Informationen zu dieser Veranstaltung finden Sie im Flyer.

Bitte beachten Sie:

Diese Informationen ersetzen keine logopädische oder sprachtherapeutische Therapie. Wir möchten Sie jedoch informieren und Ihr Ideengeber sein. Denn wenn Sie unsere Tipps gelesen haben, werden Sie noch viele weitere Möglichkeiten entdecken, um Ihr Kind ganz nebenbei im Alltag sprachlich zu fördern.

Wenn Sie meinen, dass die Sprachentwicklung Ihres Kindes nicht „normal“ verläuft, so nehmen Sie bitte fachliche Unterstützung in Anspruch. Kinderärzte, Logopäden oder Sprachheilpädagogen, Sozialpädiatrische Zentren, Krankenkassen oder Gesundheitsämter können Sie kompetent beraten.

Anleitungen zur Sprachförderung
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