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Allgemeine Informationen zum Sprechenlernen

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Sprache – unser Schlüssel zur Welt

Wenn Fachleute sich das Sprechenlernen anschauen, unterscheiden sie verschiedene Bereiche. Schauen wir uns kurz einige davon gemeinsam an.

Der Wortschatz 

Was für ein schönes Wort! Wer sich eine Truhe mit Worten vorstellt, liegt genau richtig. Denn der Wortschatz umfasst alle Wörter, die z. B. ein Kind schon gesammelt hat. Umso größer dieser Schatz, umso gewandter und variabler kann es verstehen und sprechen.

Der Wortschatz lässt sich in den passiven und den aktiven Wortschatz unterteilen.

Der passive Wortschatz umfasst die Wörter, die wir kennen und verstehen. Er ist sehr viel größer als der aktive Wortschatz.

Der aktive Wortschatz umfasst die Wörter, die wir Tag für Tag verwenden. Fachleute nennen die Fähigkeit, gut und variantenreich sprechen zu können, Erzählfähigkeit. Zweijährige Kinder haben ungefähr 50 Wörter in dieser Schatztruhe – diese Anzahl wächst im Verlauf des dritten Lebensjahres rasant auf 300 - 500 Wörter an. Wie schaffen die Kinder das? Die berühmten „Warum?“-Fragen helfen ihnen dabei.

Die Grammatik 

Bei diesem Wort stellen sich bei vielen Menschen die Nackenhaare auf. Dabei ist die Grammatik nichts Schlimmes, sondern etwas sehr Wichtiges, Grundlegendes:

  • Sie ist der Bauplan für unsere Sprache.
  • Sie gibt die Regeln vor, nach denen Sätze gebildet werden.
  • Sie legt fest, wie wir die unterschiedlichen Wortarten benutzen.
  • Und sie bestimmt, wie die verschiedenen Zeitformen gebildet werden.

Die Grammatik hilft uns also, richtig zu sprechen. Meistens merken wir in unserer Muttersprache gar nicht, dass wir sie automatisch anwenden. Oft begegnen uns die Fachbegriffe zum ersten Mal, wenn wir eine Fremdsprache lernen oder wenn z. B. ein Kind in einem Bereich Unterstützung benötigt.

Die Aussprache 

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Zur Aussprache gehört es, Laute voneinander unterscheiden zu können – das umfasst sowohl das Hören und Erkennen können als auch das Selbstsprechen von Lauten wie „S“ oder „Z“ wie in Sahne oder Zitrone.

Um Sprechen zu können, müssen wir nicht nur Wörter lernen, sondern auch unseren Mund, die Lippen, die Zunge und ganz allgemein die Muskeln in unserem Gesicht trainieren. Man könnte es auch als Sprechsport bezeichnen – die Fachleute nennen es Mundmotorik. Denn wenn die Muskeln im Gesicht gut trainiert sind und ein Kind z. B. gezielt pusten kann – also die Mundmuskeln gezielt anspannen und einen Luftstrom kurz und kräftig herauspressen kann – fällt es ihm leichter, Laute und Wörter klar und deutlich auszusprechen.

Das Sprachverständnis 

Um Sprache zu verstehen, muss ein Kind sich konzentrieren können. Neben den gesprochenen Wörtern gilt es, auch noch die Mimik und die Gestik des Gesprächspartners zu entschlüsseln. Oft geht es nicht nur um einen Satz, sondern um eine Abfolge von Informationen, die erinnert oder befolgt werden soll.

Auch Symbole transportieren Informationen ganz ohne Buchstaben. Wir erkennen sie, wenn wir um die Bedeutung wissen. Ein Herz steht für Liebe, ein vierblätteriges Kleeblatt für Glück. Bildsymbole verstehen wir auch in fremden Ländern: Wir erkennen, wo es etwas zu Essen gibt oder wo sich die Toiletten befinden. Verkehrszeichen erklären ohne Worte oder welche Regeln an einer Kreuzung gelten.

Bitte beachten Sie:

Diese Informationen ersetzen keine logopädische oder sprachtherapeutische Therapie. Wir möchten Sie jedoch informieren und Ihr Ideengeber sein. Denn wenn Sie unsere Tipps gelesen haben, werden Sie noch viele weitere Möglichkeiten entdecken, um Ihr Kind ganz nebenbei im Alltag sprachlich zu fördern.

Wenn Sie meinen, dass die Sprachentwicklung Ihres Kindes nicht „normal“ verläuft, so nehmen Sie bitte fachliche Unterstützung in Anspruch. Kinderärzte, Logopäden oder Sprachheilpädagogen, Sozialpädiatrische Zentren, Krankenkassen oder Gesundheitsämter können Sie kompetent beraten.

Wie Sie Ihr Kind beim Sprechenlernen unterstützen können
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Anleitungen zur Sprachförderung
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