Zum Inhalt springen Zum Navigationsmenü springen

Familie B. spielt "Spookies"

t-750-300946-spookies.jpg

Rezension Spookies von Nina, Henrik und Niklas

Ob wir mutig sind, möchte der Autor Stefan Kloß von unserem neuen Spiel Spookies gleich als erstes wissen. Klar sind wir unerschrocken genug für dieses Zocker-Würfelspiel, das im Herbst 2015 neu erschienen ist! 

Wir, das bedeutet in unserem Fall meistens Niklas (5), Henrik (7) und ich – aber das Spiel könnte man auch zu zweit und sogar mit 5 Personen spielen.

Angegeben ist ein Alter ab 8 Jahren. Wenn ein Erwachsener mitspielt, können aber sehr wohl auch jüngere Kinder mitspielen. Da es kein reines Kinderspiel ist, haben auch die Älteren ihren Spaß!

Das Spiel enthält neben der übersichtlichen farbigen Spieleanleitung (sogar mit Kurzeinleitung)  einen Spielplan aus Pappe, 5 Spielfiguren aus Holz, einen Freundewürfel, 4 Zahlenwürfel aus Holz und 75 Spooky-Chips: Die 5 Spielfiguren zeigen den Hund Schnuffer, die drei Jungen Kracko, Duffy und Poppy sowie das Mädchen Hanja. Die mehrfarbigen Holzfiguren sind rund und glatt gearbeitet und stehen gut auf dem Spielplan. Auch der Holzwürfel mit den Köpfen der Spielfiguren, der sogenannte Freundewürfel, ist aufwendiger gearbeitet als bei manch anderen Spielen der Preisklasse ~20€: Es handelt sich nicht um Aufkleber auf den Würfelseiten sondern um bunte, eingeprägte Zeichen. Warum es 3 Jungen und ein Mädchen gibt, haben wir uns zwar gefragt. Auch handelt es sich bei dem einen Jungen um einen Popcorn-essenden übergewichtigen Jungen, der meinen Kindern nicht als Spielerfigur zusagt. Dies ist aber nicht weiter wichtig, da man sich keinen Charakter aussuchen muss, sich also nicht um die Spielerfiguren streiten muss ;-) Jeder spielt mit dem Freund, den er in dieser Runde würfelt. Würfelt man das Fragezeichen, darf man sich eine Figur aussuchen.

Der stabile Spielplan ist von Michael Menzel liebevoll in verschiedenen blau-grün Tönen illustriert worden: Er zeigt eine Bruchbude, in der man sich Stock für Stock weiter nach oben trauen soll, um möglich viele Spookies zu sammeln. Spookies sind die runden Chips, die auf der einen Seite einen Geist und auf der anderen Seite eine Zahl (1, 2, 3 oder 5) zeigen. Bei weniger als 4 Spielern wird empfohlen, nicht mit allen 75 Spookies zu spielen (2 Spieler: 50 Spookies, 3 Spieler: 60 Spookies, 4 und 5 Spieler: 75 Spookies). Da wir beim ersten Mal zu dritt gespielt haben, wollten wir also 15 Spookies aussortieren, wussten aber nicht, welche. Das steht nirgends, weil es nämlich überhaupt keine Rolle spielt. Sortiert also einfach wahllos 15 Spookies aus, oder spielt doch mit allen – das Spiel dauert dann nur etwa eine Runde länger!

Wir bauen das Spiel immer so auf, dass wir in einer Reihe sitzen und somit vom Garten in das Haus gucken können. Die Spookies mischen wir und legen sie oben rechts neben das Haus, die 5 Figuren stellen wir vor den Gartenzaun.

Dann würfelt einer mit dem Freundewürfel seine Figur aus. Wird das Fragezeichen gewürfelt, sucht man sich seine Lieblingsfigur aus – uns gefällt der Hund am besten. Aber wen man erwürfelt, ist in der ersten Runde noch völlig egal. Dann schaut man sich die Tabelle auf der rechten Seite des Spielplans an: Die drei Spalten zeigen an, wie viele Spookies man für welche Aktion erhält. Um den Gartenzaun passieren zu können, muss man mindestens eine 5 würfeln gebildet als Summe aus den beiden höchsten Würfelaugen. Benutzt man zum 5-Würfeln nur 2 Würfel, erhält man laut erster Spalte einen Spooky. Geht man auf Nummer sicher und benutzt drei oder viel Würfel, erhält man 0 Spookies. Beim Start macht es also Sinn, nur zwei Würfel zu verwenden. Würfelt man dann also mindestens eine 2 und eine 3, hat man es geschafft. Man setzt die Spielfigur in den Garten und bekommt einen Spooky. Welchen Spooky man bekommt, weiß man nicht. Vielleicht hat man einen Siegpunkt oder sogar 5 Siegpunkte erhalten. Dann darf man weiterwürfeln oder aufhören. In der Anleitung wird man gewarnt, Vorsicht walten zu lassen: Bei zu riskanten Würfelmanövern bleibe der Sieg leicht auf der Strecke und man solle das Risiko abwägen. Aber wir sind alle Zocker, hören also nicht vorschnell auf und sammeln Spookies, solange es noch geht!

Man schaut wieder in die Tabelle, sieht, dass man für mindestens eine 6 zwei Spookies unter Verwendung von 2 Würfeln und 1 Spooky unter Verwendung von drei Würfeln bekommt. Ok, wie gesagt, wir sind Zocker: Der jeweilige Spieler entscheidet sich fürs Weiterwürfeln mit 2 Würfeln und schafft es erneut und bekommt zwei weitere Spookies. Er schaut wieder in die Spalte und entscheidet sich nun, eine 7 mit drei Würfeln zu erzielen. Der Würfel mit der geringsten Augenzahl wird aussortiert und die Summe aus den beiden übrigen gebildet. Geschafft – weitere zwei Spookies werden einkassiert! Nun im Eifer des Gefechts und weil gerade alles so prima läuft, entscheidet der Spieler sich, mit zwei Würfeln eine 8 zu würfeln. Er würfelt eine 2 und eine 3, bildet die Summe und erhält 5 - er steht auf 7. Schade, nun muss er die gewürfelte Summe subtrahieren von 7. Das Ergebnis muss er in Form von Spookies in den Raum legen, wo er eben stand, und seine Figur auf 5 ziehen. Der Spieler hat also seine Spielerfigur im Garten stehen, 3 Spookies vor sich liegen, und im 7. Stock liegen nun ebenfalls 2 Spookies. Nun ist der nächste Spieler dran. 

Der Ablauf wiederholt sich. Zusätzlich ist es dem zweiten Spieler jetzt möglich, die auf Ebene 7 abgelegten Spookies zu ergattern, wenn er diese Ebene unter Verwendung von 2 Würfeln erreicht.

Man spielt so Runde um Runde, entscheidet immer, ob man selbst aufhört, oder so lange würfelt, bis man es nicht mehr schafft und zurückgehen muss unter Abgabe der entsprechenden Spookies. Sind alle Spookies vom Haufen aufgebraucht, ist das Spiel zu Ende und die Spookies werden umgedreht.

Zwar hat man im Laufe des Spiels gesehen, wer den höchsten Berg an Spookies vor sich angesammelt hat, aber man weiß ja nicht, welche Zahlen sich auf der Rückseite verbergen. Für Kinder, die andere Spiele vorzeitig beenden, weil sie wissen, dass sie verlieren werden, ist das super: Es braucht keiner bereits im Spiel traurig zu sein, weil er einen kleineren Berg hat. Auf der anderen Seite kann man noch so toll zocken und mit lauter Einer-Spookies verlieren.

Mit größeren Kindern oder Erwachsenen gibt es noch eine Variante, die mehr Taktik ermöglicht: Statt die Spielerfigur auszuwürfeln, muss man sich entscheiden, welche Figur man ziehen möchte. Dadurch wird das Spiel interessanter und ist nicht nur vom Würfelglück abhängig. 

Und auch wenn es nur nebenbei passiert und Erwachsene gar nicht mehr wahrnehmen: Man ist bei diesem Spiel die ganze Zeit am Rechnen, was gerade Henrik als Grundschüler der 2. Klasse Spaß macht, und Niklas als Vorschüler animiert, mitzumachen. Die Abschluss-Rechenaufgabe, eine Summe aus allen erspielten Spookies zu bilden, lassen sich beide nicht nehmen!

Mir gefällt das Spiel vor allem wegen des hübschen Layouts und des hochwertigen Spielmaterials, Niklas liebt die Spannung beim Zocken und Henrik das Sammeln und Zusammenrechnen der Spookies - uns allen aber gefällt vor allem, dass wir trotz unterschiedlichen Alters gleichstarke Gegner sind, das Spiel schnell aufgebaut und eine Partie gespielt haben und es in der kleinen Kiste auch gut mitnehmen können.

Spookies

  • Zocker-Spaß mit leichtem Einstieg
  • hochwertiges Spielmaterial
  • vom preisgekrönten Erfolgsillustrator Michael Menzel
Weitere Spielberichte der Familie B.
Familie B. aus Göttingen