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Felicitas und das große Weihnachtskuddelmuddel

„Das Christkind bringt die Geschenke!“, sagt Elise. „Nein, der Weihnachtsmann!“, erwidert Felicitas. Die Mädchen sitzen im Kindergarten bei den Bilderbüchern in der Kuschelecke und können sich einfach nicht einigen. „Ja, genau!“, sagt Lilli da. „Letztes Weihnachten haben wir ja noch in Washington gelebt und da ist der Weihnachtsmann mit seinem Rentierschlitten gekommen.“ „Und dann gibt es noch den Nikolaus“, ergänzt Imke, die neben Lilli sitzt. „Den Nikolaus mag ich auch“, sagt Elise, „aber an Weihnachten kommt auf jeden Fall das Christkind!“ Da wird Felicitas sauer, springt auf und stampft mit dem Fuß auf den Boden.

„Kinder, pst, streitet euch doch nicht“, ruft Erzieherin Nina da. Sie geht in die Kuschelecke und setzt sich neben die Mädchen. „Felicitas, komm, setze dich neben mich und dann sprechen wir über die verschiedenen Weihnachtsbräuche. Denn wisst ihr was, Kinder? Wer wann in der Weihnachtszeit Geschenke bringt und wann sie ausgepackt werden, ist unterschiedlich – je nachdem, wo man lebt.“ „Echt jetzt?“, fragt Felicitas. Sie kann das gar nicht glauben.

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Nina ruft auch die anderen Kinder zusammen und alle machen es sich in der Kuschelecke gemütlich. Dann beginnt sie zu erzählen: „Früher, bei den Rittern im Mittelalter, gab es in Deutschland nur den Heiligen Nikolaus. Da haben die Menschen am Abend des 5. Dezembers die Stiefel oder einen Teller bereitgestellt und dort dann am nächsten Morgen Nüsse oder Äpfel gefunden. In manchen Regionen hat sich dieser Brauch bis heute gehalten.“ „Ja, genau so mache ich das auch!“, ruft Elise. „Ja, stimmt!“, muss auch Felicitas zugeben. „Aber der Nikolaus bringt ja keine Weihnachtsgeschenke“, fügt sie trotzig hinzu. „Heute nicht mehr“, erklärt Nina. „Das war früher eben anders. Die Geschichte, wie es zur Erfindung des Christkindes kam, ist ein bisschen kompliziert. Auf jeden Fall ist das Christkind heute vor allem in Süddeutschland und in Österreich der Geschenkebringer, während man in Nord- und Ostdeutschland und auch in anderen Teilen der Welt eher an den Weihnachtsmann glaubt. Der sieht übrigens nicht überall gleich aus, in Frankreich zum Beispiel trägt er einen roten Mantel mit einer Zipfelmütze.“ „Aber in den USA trägt er eine rote Jacke und eine Hose. Und er fährt in einem Schlitten, der von Rentieren gezogen wird“, erzählt Lilli. „Der Weihnachtsmann fährt in der Nacht vom 24. Dezember von Haus zu Haus, rutscht durch den Kamin und stellt dann die Geschenke ab. Meine amerikanischen Freunde und auch mein Bruder Steven, meine Eltern und ich haben diese immer erst am nächsten Morgen ausgepackt.“

Die Mädchen staunen. „Wirklich? In den USA packen die Kinder die Geschenke erst am Morgen vom 25. Dezember aus?“, fragt Imke. „Ja“, bestätigt Nina, „und bei uns in Deutschland werden die Geschenke wann ausgepackt?“ „Am Heiligen Abend!“, rufen die Kinder. Nina lächelt: „Klar wisst ihr das. Aber stellt euch vor: In Spanien mussten die Kinder früher bis zum 6. Januar auf ihre Geschenke warten.“ „Warum das denn?“, will Elise wissen. „In Spanien bringen traditionell die Heiligen Drei Könige die Geschenke. Die Kinder stellen am Abend vom 5. Januar Wasser und Brot bereit und finden dann am nächsten Morgen, also am 6. Januar, Geschenke.“ „Das ist ja fast wie mit unserem Nikolaus!“, ruft Imke.

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Nina nickt: „Ihr seht also, die Traditionen sind ganz unterschiedlich und jeder darf Weihnachten so feiern, wie er möchte. In anderen Regionen der Welt oder bei Leuten, die eine andere Religion haben, wird Weihnachten wieder ganz anders gefeiert. In China zum Beispiel ist das Fest zum Neuen Jahr viel wichtiger als Weihnachten. Aber eine interessante Geschichte habe ich noch für euch“, sagt die Erzieherin und erzählt: „In Italien kommt in manchen Städten und Dörfern nicht die Heiligen Drei Könige, sondern die Hexe Befana.“ „Wie, eine Hexe?“, fragt Matze erstaunt. „Hexen haben doch nichts mit Weihnachten zu tun!“ „Doch, in Italien eben schon. Ich suche die Geschichte und dann lese ich sie euch morgen vor“, verspricht Nina. 

„Das ist ja ein ganz schönes Weihnachtskuddelmuddel!“, ruft Felicitas und hüpft auf dem Kuschelpolster auf und ab. „Weihnachtskuddelmuddel! Weihnachtskuddelmuddel! Weihnachtskuddelmuddel!“, singt sie. Sofort machen Elise und Lilli mit. „Stopp, ihr verrückten Hühner. Jetzt ist Schluss mit der Hüpferei“, ruft Erzieherin Nina lachend. „Ihr dürft erst mal draußen im Garten toben und danach basteln wir Nikolaus-Stiefel aus Filz.“ „Nö, nö, nö … doch keine Nikolaus-Stiefel“, ruft Felicitas. „Ich mache nur Weihnachtsmann-Stiefel!“, sagt sie kichernd. „Aber Imke und ich machen Nikolaus-Stiefel, stimmt‘s?“, fragt Elise und rennt Felicitas nach. „Na, da braucht sich Felicitas aber nicht wundern, wenn ihr der Nikolaus keine Schokolade bringt. Der mag doch keine frechen Kinder!“, sagt Imke kopfschüttelnd. „Na, der Nikolaus ist doch großzügig und Felicitas ist ja nicht immer frech“, sagt Nina und zwinkert. „Felicitas ist nicht immer frech? Echt? Das habe ich noch gar nicht gemerkt“, sagt Lilli kichernd und freut sich auf den deutschen Nikolaus. 

Wer Lust hat, kann die Geschichte mit den Little Friends-Puppen nachspielen oder auch Filz-Stiefel basteln. Dafür gibt’s die Anleitung Nikolaus-Weihnachtsmann-Stiefel basteln, die Schritt-für-Schritt zeigt, wie‘s geht.

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